Whalewatching in Neuseeland

Viele bringen Neuseeland nur mit dem Kiwi in Verbindung, dem kleinen Vogel, der den Einwohnern des Inselstaates ihren Beinamen verlieh. Es ist jedoch auch einer der besten Orte auf der Welt, um die Giganten des Tierreichs hautnah zu beobachten: Wale.

Einmal im Leben einen Wal aus nächster Nähe erleben – das wünschen sich viele. Es ist ein überwältigender Moment, der die lange Reise nach Neuseeland umso lohnenswerter macht. Auf der Inselgruppe im Pazifik bieten sich mehrere Orte an, wo man diese Könige der Meere bewundern kann. Aber nicht nur das, die verschiedensten Walarten ziehen das ganze Jahr über an den Küsten Neuseelands vorbei.

Kaikoura

Das Küstendorf Kaikoura befindet sich auf der Südinsel in der Region Canterbury. Gebirge wie auch das Meer prägen das Landschaftsbild von Kaikoura, das auch als „Neuseelands Hauptstadt für Walbeobachtung“ bezeichnet wird. Der Ort wird seinem Beinamen gerecht, denn man kann tatsächlich das ganze Jahr über riesige Pottwale, die weltweit größten Raubtiere mit Zähnen, sichten.  

Mehr über Pottwale

Ein Pottwal ist so groß wie vier Elefanten zusammen und sein Unterkiefer ist mit Zähnen bestückt, die je über ein Kilo wiegen und über 20 Zentimeter lang werden können. Wir empfehlen, die Meeressäuger von Kaikoura aus zu beobachten. Sie können sich für eine geführte Bootstour anmelden oder sie von einem Ultraleichtflugzeug aus bestaunen.

Je nachdem, zu welcher Jahreszeit Sie auf Walbeobachtungstour gehen, können Sie möglicherweise auch Orcas, wandernden Buckelwalen, Blauwalen, Robben und Delfinen begegnen.

Hauraki Gulf Marine Park

Direkt vor der Haustür Aucklands im Hauraki Gulf, der sich über eine Fläche von 4.000 Quadratkilometer erstreckt, können etliche Walarten und andere Meereslebewesen beobachtet werden – der perfekte Ausgangspunkt also für Whalewatching. Über 22 Walarten wurden in diesem Teil des Pazifiks bereits gesichtet wie zum Beispiel der vom Aussterben bedrohte Brydewal. Auch der bekannteste aller Delfine, der Große Tümmler, taucht regelmäßig auf wie auch andere exotische Meerestiere.  

Mehr über Brydewale

  • Die Art wurde nach dem norwegischen Walfänger Johan Bryde benannt und ist daher „brüde“ (und nicht „braid“) auszusprechen. 1909 war Bryde an der Errichtung der ersten Fabrik zur Verarbeitung von Walen beteiligt.  
  • Manche mögen’s heiß! Wie Marylin Monroe mögen es auch Brydewale gern warm, was der Walart den Namen „Tropischer Wal“ einbrachte. Es ist die einzige Walart die sich das ganze Jahr über in Gewässern von über 16 Grad aufhält.

Whakatāne, Bay of Plenty

Mit etwas Glück können Sie bereits von der Küste in Whakatāne aus Zwergwale und Grindwale erspähen. Wenn Sie Wale und Delfine hautnah erleben wollen, lohnt sich eine Walbeobachtungstour in Richtung der Inseln White Island und, passenderweise, Whale Island. Diese Gegend ist auch bei Tauchern beliebt. Also ab ins Wasser, wenn Sie sich trauen!

Bay of Islands

Die Bootstouren um die Inselgruppe Bay of Islands werben zwar nicht speziell mit Whalewatching, Begegnungen mit Walen während eines Ausflugs zum Hole in the Rock, einer kleinen Felseninsel mit einem vom Meer geformten Tor, oder zu anderen sehenswürdigen Orten sind jedoch nicht selten. Wenn Sie es aktiver mögen, dann können Sie auch ein Kajak oder ein Boot mieten und selbst in See stechen, wo Orcas und Blauwale höchstwahrscheinlich in nächster Nähe zu Ihnen auftauchen (und auch wenn Sie Pech haben und sich keine Wale zeigen, macht allein die Aussicht die Leihgebühr wett).

Mehr über Orcas

  • Orcas, auch „Killerwale“ genannt, gehören eigentlich zur Familie der Delfine.  
  • Diese höchst intelligenten und anpassungsfähigen Tiere haben meistens einen weißen Bauch und schwarzen Rücken. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Arten, die sich abhängig von ihrem Lebensraum in ihrer Färbung unterscheiden.  
  • Lassen Sie sich nicht vom Beinamen Killerwal in die Irre führen. Die Meeressäuger sind äußerst gutmütig; es sind keine Fälle bekannt, in denen Killerwale Menschen attackierten.

Marlborough Sounds

Hierbei handelt es sich um ein ausgedehntes Netzwerk an Meeresarmen im nördlichen Ende der Südinsel von Neuseeland, die durch den Anstieg des Meeresspiegels und der dadurch verursachten Überflutung von Flusstälern entstanden sind. Da eine Migrationsroute am Gebiet vorbeiführt, können Sie eine Vielzahl von Meerestieren beobachten. Der Ort hat eine bewegte Vergangenheit; leider wurden hier lange Zeit Wale auf grausamste Weise gefangen. Dieses Kapitel gehört glücklicherweise der Vergangenheit an. Heute können Sie Wale in freier Wildbahn beobachten. Buchen Sie dazu eine Walbeobachtungstour, in der Sie Meeressäuger wie Orcas oder Bartenwale aus einer sicheren Distanz beobachten können, um die Schonzone nicht zu stören.

Wale in der Kultur der Māori

Wenn Sie bereits Wale in ihrer natürlichen Umgebung gesehen haben, dann wissen Sie, wie kraftvoll und anmutig sie sind. In der Kultur der Māori und der Geschichte Neuseelands nehmen diese majestätischen Meeressäuger eine noch viel wichtigere Stellung ein.

Sie sind die Nachkommen von Tangaroa, dem Gott der Ozeane, und werden daher als heilig verehrt. Wale spielten eine bedeutende Rolle in der Mythologie vieler Māori-Stämme. Die Sichtung eines Wales war für sie ein Zeichen, sich an diesem Ort niederzulassen. Sie galten auch als Schutzgeister für die Schiffsbesatzung auf hoher See.

Eine klassische Māori-Legende beschreibt, wie der Stammvater Paikea von einem Wal gerettet und nach Neuseeland gebracht wurde.