Die Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands

Wer in die Schönheit der Natur eintauchen möchte, findet kaum ein üppigeres Angebot als das von Neuseeland. Von den luftigsten Höhen seiner Gebirgszüge bis hinunter zu seinen kristallklaren Seen, Flüssen und Bächen, verwöhnt das Land Besucher mit einer schier endlosen Fülle an atemberaubenden Panoramen. 
 
Aber wussten Sie, dass die Tier- und Pflanzenwelt Neuseelands genauso überwältigend und einzigartig ist? Neuseeland ist nämlich das Zuhause vieler einheimischer Arten, die in der Luft, an Land oder im Wasser leben. Einige sind so selten, dass nur wenige Menschen jemals das Glück haben, einen Blick auf sie zu erhaschen.  
 
Wenn Sie Flüge nach Neuseeland buchen, hier ist die Tierwelt, die Sie sehen können.

Kiwi

Mit welchem Tier sollte man sonst anfangen, wenn nicht mit dem Vogel, dem die Neuseeländer ihren Spitznamen „Kiwis“ verdanken? Der Kiwi gehört neben dem Takahe und dem Kakapo – dem größten Papagei der Welt mit moosgrünem Federkleid – zu den zahlreichen einheimischen Laufvögeln Neuseelands. 
 
Ganz am Anfang gab es auf Neuseeland nur wenige Raubtiere und die Nahrung der Vögel befand sich in relativer Bodennähe. Deshalb wurden die Tiere mit der Zeit flugunfähig. Das wurde zum Problem, als die Maori und die Europäer anfingen, das Land zu besiedeln, und die Vögel einen Teil ihres Lebensraums verloren. Heute gibt es von 37 % der einheimischen Vogelarten Neuseelands nur noch alarmierend wenige Exemplare. 
 
Die fünf Hauptarten des Kiwis können jedoch überall in Neuseeland gefunden werden und ihre Populationen sind größer als die vieler anderer einheimischer Vögel. Ein guter Rat: Kiwis sind trotz ihrer geringen Größe ziemlich stark. Lassen Sie sich also nicht von ihrem flauschigen Aussehen täuschen.

Skink

Es gibt über 1500 Skinkarten auf der Welt, eine Großzahl von ihnen findet man jedoch nur in Neuseeland.  
 
Falls Sie während Ihrer Reise auf Skinke treffen, wird es sich wahrscheinlich um „gemeine“ Skinke handeln. Jedoch gibt es noch viele andere, nach denen man Ausschau halten kann, und einige haben ein wirklich unverwechselbares Aussehen. 
 
Skinke der Art Oligosoma homalonotum sind vom Kopf bis zur Schwanzspitze mit einem Zickzackmuster bedeckt und wurden seit ihrer Entdeckung auf den Inseln im Hauraki Gulf nur ungefähr 500 Mal gesehen.

Der gestreifte Skink lebt auf der Nordinsel und hat einen auffälligen blassen Streifen auf dem Rücken. Sie müssen jedoch schnell sein, um einen Blick darauf zu erhaschen. Denn diese Skinke sind superschnell.

Kleine Neuseelandfledermaus

Es gibt nur zwei Fledermausarten in Neuseeland und die kleine Neuseelandfledermaus hat ihren Lebensraum zudem auf die Nordinsel beschränkt.  
 
Mit ihrer Flügelspannweite von nur 30 cm und dem kurzen Schwanz sind diese Fledermäuse ziemlich zierlich. Leider sind diese einzigen einheimischen Landsäugetiere von ganz Neuseeland auch vom Aussterben bedroht.

Hector-Delfin

Neuseeland rühmt sich des weltweit seltensten Delfins. Er ist nach dem Mann benannt, der ihn als Erstes entdeckt hat: Sir James Hector. Im die beiden Hauptinseln umgebenden Pazifik leben nur 15 000 Hector-Delfine, die mit einer Größe von 140 cm außerdem kleiner als alle anderen Delfinarten sind. 
 
Trotz ihrer geringen Größe fallen sie doch auf aufgrund der charakteristischen schwarzen Färbung ihres Schwanzes und ihrer Flossen. Ihre Flossen sind außerdem eher abgerundet als spitz, was ihr Aussehen sogar noch ungewöhnlicher macht.

Takahē

Die Takahē, ein weiterer einheimischer Laufvogel, trägt ein wunderschönes Federkleid. Dadurch hebt sie sich von ihrem natürlichen Lebensraum ab, der hauptsächlich grün ist. Ihr Federkleid erstrahlt in einem kräftigen Blauviolett, ihr Schnabel ist knallrot und ihre Flügel haben einen Farbstich in sattem Moosgrün. 
 
Heutzutage kommt die Takahē nur noch auf der Südinsel vor. Früher war sie in ganz Neuseeland verbreitet, aber die Populationen auf der Nordinsel starben gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts aus. Schätzungen zufolge gibt es nur noch ungefähr 300 Takahēs. Drücken Sie also schnell auf den Auslöser Ihrer Kamera, wenn Sie eine entdecken. 

Archey-Frosch

Archey-Frösche gehören zu den letzten vier einheimischen Froscharten Neuseelands, die noch nicht ausgestorben sind. Sie gelten als Miniaturfrösche, denn weibliche Archey-Frösche werden nur knapp 4 cm und männliche nicht einmal 3 cm groß. 
 
Ihr ganzer Körper ist von einem Muster aus grünen und braunen Sprenkeln bedeckt. Besondere Eigenschaften dieser Art sind die kugelförmigen Augen und das fehlende Trommelfell. Sie sind außerdem nachtaktiv und leben auf der Nordinsel. Leider führen diese Frösche auch die EDGE-Liste besonderer bedrohter Arten an.

Brückenechse

Die Brückenechse hat ihre biologischen Cousins um 60 Millionen Jahre überlebt, ist also die perfekte Ansprechpartnerin für Überlebensstrategien. Sie kommt hauptsächlich auf geschützten küstennahen Inseln vor und ist das größte Reptil, das Sie in Neuseeland zu Gesicht bekommen können. 
 
Die Männchen haben ähnlich wie der Stegosaurus entlang ihres Rückens kleine Stachel, was auf die lange Abstammungslinie der Art hinweist.

Süßwasserfische (Schlammhechtling und Stint)

Manchmal muss eine Art wirklich besonders sein, um dort zu überleben, wo andere Arten ausgestorben sind. Der Schlammhechtling kann beispielsweise mehrere Monate am Stück in trockenen Verhältnissen überleben. Das erlaubt es ihm, an Orten ein glückliches Leben zu führen, an denen andere Fische sterben würden. 
 
Der Stint hat zwei außergewöhnliche Merkmale. Erstens trägt er ein silbernes Schimmergewand, das besonders hell erstrahlt, wenn im Wasser Licht darauf fällt. Zweitens – und das ist wirklich einzigartig – riecht er besonders, und zwar nach Gurke.

Seelöwen

Seelöwen gehören zu den seltensten Tierarten der Welt und in Neuseeland leben nur etwa 10 000 von ihnen. In der Vergangenheit, als die ersten Siedler in Neuseeland ankamen, wurden die Seelöwen wegen ihres Fells gejagt. Seit Ende des neunzehnten Jahrhunderts sind sie jedoch vom Gesetz geschützt. 
 
Die Männchen haben ein schokoladenbraunes Fell, während das Fell der Weibchen eher cremefarben ist. Die meisten Seelöwen leben auf den Aucklandinseln und den Campbell-Inseln, die etwa 480 beziehungsweise 970 km südlich der Südinsel liegen.